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𝟛 Gefahr in den Donau-Auen


Einmal ging ich ganz alleine zur Mittagszeit in den Donau-Auen spazieren. Ich freute mich über die wunderschöne Natur und dachte an Gott, als ich plötzlich aus der Gegend meines Herzens die Worte hörte:„Geh´ nach rechts!” 
Sofort bog ich in den kleinen Weg ab, der rechts wieder zum Dorf führte.
Nach vielleicht fünf Minuten begegneten mir zwei Männer, die in aggressivem Ton Geld forderten. Man konnte aber schon das erste Haus des Dorfes sehen, wo eine Frau von ihrem Balkon her uns beobachtete.
Als die zwei Männer das merkten, ließen sie von mir ab.


Ein Glück, dass ich denen nicht alleine in den Auen ausgesetzt war!

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𝟟 Auf Zimmersuche

Ich suchte ein Zimmer als Studentin und war zu spät dran. 
Alle Zimmer waren schon vergeben. Es war aussichtslos. 
Alles hatte ich schon versucht. 
Zwei Wochen konnte ich in einem ungeheizten Zimmer vorübergehend schlafen, dann musste ich auch dort ausziehen. 

 Die zwei Wochen waren um. 

Es schneite. Ich fror und öffnete die Balkontüre, weil mir das Schneetreiben draußen wärmer schien als das eisige Zimmer.


Ich betete, ging verzweifelt auf die verschneite Straße hinaus und lief aufs Geratewohl vor mich hin, als plötzlich eine Stimme in meinem Herzen sagte:

„Geh rechts und läute dort.”

Eine freundliche Frau öffnete und sagte, als sie nach einem Studentenzimmer gefragt wurde, dass eben zwei Zimmer frei geworden seien, da ihr Sohn ausgezogen sei. Ich könne wählen, welches Zimmer ich wolle. 


Ich wählte das kleinere Zimmer mit Kanonenofen und einem alten Kastanienbaum vor dem Fenster, urgemütlich, und wusch mir aus Versehen vor lauter Freude die Haare mit Zahncreme. Dann hängte ich Bilder von Tagore an die Wand, streckte mich auf dem Sofa aus und las in einem Tagorebüchlein über die selbstlose Liebe.

Mehr Glück passte in mein Herz nicht mehr hinein.

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𝟙𝟘 Geh nach Tholey!

Ich hatte gerade ein oder zwei Kurse in Zen-Meditation absolviert, als ich daheim vor einer Kerze saß, um zu meditieren. Da hörte ich die innere Stimme:„Geh nach Tholey!”

Tholey war ein katholisches Seminarhaus. Das wusste ich. Ich war schon einmal dort gewesen und hatte einen Einführungskurs in Zen-Meditation bei einem katholischen Priester mitgemacht.


Neugierig geworden rief ich dort an, um zu erfahren, was für ein Kurs denn demnächst lief. Zen Meditation mit einem japanischen Meister, hieß es, aber der Kurs sei bereits übervoll und die Warteliste lang.
Ich ließ mich dennoch auf die Warteliste schreiben, obwohl ich den japanischen Meister nicht kannte, und war sicher, dass ich einen Platz bekommen würde, wenn mich schon die innere Stimme rief.


Ich bekam einen Platz, und als ich den Garten dort betrat, sagte die gleiche innere Stimme:„Schau links, was siehst Du?”
„Eine Rose”, sagte ich.
Wie im Märchen sprach die Stimme:„Die ist für Dich!”


Das ist wirklich alles so geschehen.


Als ich dann dort in der Zen-Halle war und mich zum Meditieren hinsetzte, fühlte ich mein Herz vor Glück laut schlagen und immer den einen Satz wiederholen:„Endlich daheim. Endlich daheim. Endlich daheim.”


Alles war mir vertraut, obwohl es mein erster Zen-Kurs mit einem Japaner war.

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