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𝟙𝟚 Der Buntspecht

Einmal machte ich eine größere Aktion für einen alten Buntspecht, der immer wieder verzweifelt versuchte, an meinem Fensterladen sich für den Winter ein Quartier zu bauen. 
Er musste eine Verletzung am Flügel haben, denn er machte ein ganz komisches Geräusch, wenn er flog. 
Ich besorgte ihm ein großes Spechthaus und wollte es in der Nähe des Fensters irgendwie befestigen, aber es stellte sich heraus, dass es zu groß und zu schwer für den vorgesehenen Platz war. Schließlich übernahm der BUND Naturschutz die ganze Angelegenheit und hängte das Haus mit einem Kran an einen großen Baum.

Als ich am Nachmittag im Wald bei Schlachters, unweit von Lindau, spazieren ging, kam der Specht sehr nahe zu mir, flog eine ganze Weile neben mir her und leistete mir recht lange Gesellschaft, als wollte er sich bei mir bedanken.
Ich nannte ihn wegen des lauten, komischen Geräusches, das er beim Fliegen machte, den „Hubschrauberspecht” und hatte den ganzen Winter Freude an ihm.


Eines Tages, im Frühling, blieb er weg und dafür kam ein ganz junger, kleiner Buntspecht aus der nächsten Generation. Er kannte offensichtlich den Weg zu meinem Fenster im 3. Stock, drei Kilometer von seinem Wald entfernt, und setzte die Freundschaft fort.


Mögen alle Wesen glücklich sein.

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𝟛𝟙 Die Botschaft des Rehs

Als ich am Ringoldsberg (bei Lindau) die Vögel gefüttert hatte und zum Auto zurückgehen wollte, hörte ich oben im Wald wildes Hundegebell. Es war so aggressiv und anhaltend, dass ich dachte, dass ein Reh oder ein Rehkitz in Gefahr sei.
Trotz meiner schlechten Beine stürzte ich den Weinberg hoch in Richtung Gebell, um dem vermeintlichen Reh zu helfen.

Als ich atemlos oben ankam, war da eine Frau mit zwei Hunden an der Leine, die wild spielten. Meine Mühe war also umsonst gewesen.
Ich ging ziemlich erschöpft heim und legte mich hin, um mich auszuruhen, und war gerade dabei einzuschlafen, als ich eine Art Lichterscheinung hatte:
Eine Rehmutter erschien in einem Lichtkreis, mit kosmischer Energie geladen. Wortlos zeigte sie sich, um mir für meine Liebe und Hilfsbereitschaft zu danken.

Dieses Reh war überirdisch schön, geistig und nicht materiell. Es war ….. ich finde nicht die passenden Worte ..… eine Art göttliches Reh ..… eine Art Maria des Tierreiches der Mütterlichkeit.


Die Erscheinung dauerte nicht länger als vielleicht eine Sekunde und hüllte das ganze Reh in sanftes, leicht azurblaues Licht.
Das Mutterreh war so strahlend, überirdisch schön und schaute mich nur an und sagte kein Wort. Es ließ mich aber energetisch sein hohes, kosmisches Bewusstsein schauen, als Geschenk für meine Hilfsbereitschaft.
Fast war es wie eine ….. Marienerscheinung ….. die Urmütterlichkeit des Tierreiches. Davon hatte ich noch nie gehört.
Seitdem begleitet mich dieses Reh.

Unglaublich bewusst scheint mir heute die ganze Natur. Wir Menschen ahnen das ja nicht einmal:
Gott in jedem Tier. ER haucht jedem Wesen, allem Sein den göttlichen Atem ein. Woher soll das Leben sonst kommen?

Da fällt mir ein kleines, mystisches Gedicht ein, das ich vor Jahren einmal fühlte, als ich eine alte, bemooste Mauer anschaute.

Ich spüre das Schwingen der Mauern
und trinke den göttlichen Wein.
Am Himmelstor wirst Du bedauern,
nichts hast du verstanden vom Sein.


Um so mehr traf es mich, als wenige Tage später das einzige Kitz einer Rehmutter von einem Auto beim Überqueren einer Landstraße erfasst und getötet wurde. Ich kam wenige Minuten danach an die Unfallstelle und sah das Kitz tot auf der Straße liegen und davor zwei Autos mit Blechschaden.
Ich zimmerte ein Holzkreuz, kaufte drei Rosen, besprengte sie mit Weihwasser und betete. - Und ging weinend durch den Wald, als hätte ich das Kitz verloren. 

Tagelang trauerte ich.
Der Förster sagte mir, dass Rehmutter und Kitz noch beisammen und es ihr einziges Kitz gewesen war und dass die Mutter jetzt alleine durch den Wald hin und herlief.
Ich kann mich gar nicht auf Weihnachten freuen. Und während ich das schreibe, laufen die Tränen.

Auf der Gemeinde habe ich ein Schild für Geschwindigkeitsbegrenzung dort beantragt.
Dann malte ich ein Acrylbild von dem Reh im Lichtkreis und stellte es wie eine Ikone in mein Gebetseck daheim.

„Wo seid Ihr nur, Ihr Mystiker der alten Zeit? Lasst mich doch nicht so alleine verhungern zwischen Internet, Fußball, Euro und Schlachthöfen!“






zu Die Botschaft des Rehs:
      

Die Scherbe eines Topfes

Ich hatte gerade das mystische Erlebnis mit dem Reh hinter mir, war am Abspülen in der Küche und dachte über dieses wunderbare Erlebnis nach und ob es vielleicht eine Botschaft an die Menschen sei über das sehr hohe Bewusstsein der Tierwelt, der ganzen Schöpfung.
Ich spülte gerade einen sehr hübschen, bemalten Porzellantopf, besser Ziergefäß, ab. Da zerbrach im Wasser das Gefäß, das mir völlig unversehrt schien, und ich hielt eine große Scherbe in der Hand. Auf dieser Scherbe war ein großer Hirsch, wie absichtlich herausgelöst, vollständig erhalten. Nur der Hirsch drauf, sonst nichts.
Leider habe ich die Scherbe weggeworfen. Schade, sie war wie eine Antwort auf meine leichten Zweifel über das hohe Bewusstsein der Tiere.

32 Die Zauneidechsen

In dem kleinen Gärtle, wo ich mir ein Meditationseck einrichten durfte, kam nicht nur jeden Tag die gleiche Hummel, baute nicht nur eine Amsel ihr Nest, lagen nicht nur zwei bemooste Steine aus dem Laternsertal neben einem Aurikelchen von einer heiligen Quelle, sondern da kam fast täglich eine Zauneidechse, die eines Tages in giftgrün erschien, weil sie eine Braut suchte. 
Sie postierte sich vor mir und schaute mich lange mit ihren kleinen, runden Augen an. Dann begann sie mit beiden Beinen heftig vor mir zu trommeln.
Ich fragte sie: „Suchst Du eine Braut?”
Und witsch, war sie weg.


Am nächsten Tag kam „er” zuerst und trommelte in zwei Metern Abstand vor mir, und dann kam seine Braut, stellte sich neben ihn, und sie trommelten gemeinsam um die Wette und guckten mich dabei ganz frech an.


Dann blieben sie weg, denn sie mussten sich ja jetzt um Wohnung und Familie kümmern.

𝟛𝟛 Ein Hund rettet uns

Manchmal in den Schulferien machte ich weite Reisen.

Einmal, es war in Indien, ging ich mit ein paar Leuten abends noch spazieren. Man hatte uns gewarnt, abends nicht ins Hinterland zu gehen, da es gefährlich sei.
Deshalb drängte ich zurückzugehen, aber die anderen wollten nicht.
Da tauchte plötzlich vor uns auf dem Weg ein Hund auf und ließ uns einfach nicht weitergehen. Da nichts zu machen war, weil er uns so entschlossen den Weg mit seinem wütenden Gebell versperrte, so beschlossen schließlich die anderen, doch zurückzugehen.


Das war unsere Rettung.


Der Hund hatte uns vor einem Nest giftiger Schlangen gewarnt, das man am nächsten Tag dort gefunden hat.

𝟛𝟜 Der vermisste Hund

Es ist Winter und der sehr alte, gelenkkranke Bauernhund fehlt und ist die ganze Nacht nicht heimgekommen. 
Alles Suchen und Rufen hatte nichts gebracht.
 

Unauffindbar, sagte man am anderen Morgen zu mir, und es war kalt, unter Null.

Als ich es erfuhr, ging ich betend zu den Gärten und hatte ihn in fünf Minuten in einem Komposthaufen gefunden, der so abschüssig war, dass er nicht mehr alleine herauskam. Die vielen Apfelsinenschalen hatten ihn notdürftig gewärmt.


Er überlebte.

𝟛𝟞 Ein Jack Russel weiß mehr

Ich saß im Wartezimmer bei einem bekannten Allgäuer Geistheiler, dem ich unter anderem eine Spontanheilung von Krebs verdanke.
Der Patient vor mir war ein kleiner Hund, ein Jack Russel, dessen Frauchen mir von seinen Beschwerden erzählte, während wir warteten.


Ich betete oft für den kleinen, kranken Bruder Hund, bis ich ihn allmählich immer mehr vergaß.


Zu jener Zeit ging ich immer öfter in die Messe, weil ich die Kraft dieses Sakramentes spürte. Es war, als ob die göttliche Kraft mich zum Altar zog.
 

Eines Tages saß ich wieder im Gottesdienst, und ein Teil der Gläubigen stand schon im Mittelgang für den Empfang der Hostie an. Da erschien, wie von einer unsichtbaren Macht zum Altar gezogen, mein kleiner Bruder Jack Russel an einer sehr langen, roten Leine, die kein Mensch zu halten schien, und zwängte sich zwischen den Stehenden mit aller Macht nach vorne durch. Nur eine Sekunde, und schon war die Erscheinung wieder weg. Nicht die rote Leine zog ihn, die ging nach hinten, sondern eine innere Kraft rief ihn.

Und ich begriff den Fingerzeig Gottes.


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𝟛𝟟 Ein Schäferhund lehrt uns Frieden

Einmal gingen wir zu zweit im Wald spazieren, als uns ein Schäferhund angriff. Erst sprang er an mir hoch und versuchte, in meinen Arm zu beißen. Ich hüllte mich blitzartig in eine Lichtaura und er brachte daraufhin buchstäblich das Maul nicht zu. Die Dellen im Arm waren noch eine Weile zu sehen.

Als er vergeblich versucht hatte, mich zu beißen, versuchte er das Gleiche bei meiner Bekannten. Auch sie hüllte ich in Licht und wieder brachte er das Maul nicht zu. Und man sah auch bei ihr noch länger die Dellen.


Ich war sehr über die Aggression erstaunt, da mich im Allgemeinen Hunde lieben oder zumindest mir nichts tun. Aber wir hatten gerade gestritten und ich war voller Aggression gegen meine Bekannte und umgekehrt. 

Vielleicht hat der Hund die Aggression von uns beiden aufgenommen.

Wer weiß, was wir mit unseren Aggressionen alles anstellen, ohne es zu merken . . . 


Ein großer indischer Heiler sagte einmal: „Jeder böse Gedanke gebiert einen Moskito.”


𝟛𝟠 Ein Engel erscheint mir am Grab

Ein von mir betreuter Tierheimhund, der sehr viel Leid kennengelernt hatte, ist aus Versehen in seinem Zwinger dort auf schlimme Weise zu Tode gekommen, als ich ihn gerade über Wochen mit all meiner Liebe gesund gepflegt hatte. 
Ich habe ihn auf einem Tierfriedhof beisetzen lassen und war untröstlich.

An seinem Grab ist er mir in seiner großen Trauer erschienen. Ein Engel hat mit ihm gesprochen und ich durfte zuhören. Der Engel fragte ihn:
„Was war das Schlimmste auf der Erde?”
„Der Durst”, war die Antwort, ganz leise, so sehr war er von der Liebe des Engels überwältigt.


Zu wissen, dass er jetzt in guten Händen war, hat mich unendlich getröstet.


Sehr viele Jahre sind seitdem vergangen, aber während ich dies schreibe ….. laufen die Tränen …..

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Nachwort

Ob wir Wunder erleben oder nicht, ist eine Frage der inneren Einstellung, ob wir das Unmögliche für möglich halten, und es ist eine Frage der Achtsamkeit, die wahrnimmt, ohne zu erwarten.

Wer das Unmögliche nicht für möglich hält, für den habe ich eine kleine Geschichte aus Japan entdeckt, die sicher schon sehr alt ist und aus dem Herzen eines weisen Meisters stammen könnte:

Es war einmal eine kleine Schnecke, die hatte einen großen Lebenstraum. Sie wollte einmal auf den Fuji. Aber der war viel, viel zu weit …..
Da fragte die kleine Schnecke ihren Meister: „Meister, glaubst du, dass ich mich auf den Weg machen soll? Ich möchte so gerne einmal auf den Fuji.”
Und der Meister lachte nicht über sie, sondern schaute sie liebevoll an und sagte: „Ja, liebe Schnecke, geh auf den Fuji, aber ….. langsam ….. langsam!”
Da machte sich die kleine Schnecke auf den weiten Weg.
…..
Plötzlich hörte man die Stimme eines kleinen Jungen aus dem offenen Fenster eines Wagens: „Papa, halt mal, ich muss mal!
Bremse rein, Türe auf, und der kleine Junge verschwindet hinter einem kleinen Busch.
„Oh, was ist denn das? Eine kleine Schnecke ….. Die nehm ich mit” ..… und steckt sie in seine Hosentasche.
Weiter geht die Fahrt ….. Richtung Fuji …..
Als sie dort sind, hört man noch einmal die Stimme des Jungen: „Papa, halt mal, ich muss schon wieder!”
Bremse rein, Tür auf.
Der Junge verschwindet hinter einem Busch.
Aber was stört denn da in der Hosentasche?
Ach, die kleine Schnecke!
Und behutsam setzt er sie auf den Boden.


Jemand sagte einmal:
„Arm ist nicht, wessen Träume nicht in Erfüllung gehen.
Arm ist, wer nie gewagt hat zu träumen.”

Alles Gute und viel Segen,

            Ihre Sigrid Jupitz

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